Überblick

Der Marktplatz stellt sich als Sammelpunkt der Identitätsmerkmale von St. Leonhard am Forst dar. Landschaft und Markt werden am Platz sicht- und erlebbar.

Elementare strukturierende Gestaltungselemente sind die „Allee“, die neu interpretiert, aufgrund der geänderten Verkehrswege und Platzränder, wesentliche räumliche vertikale Strukturen vorgibt. Die Baumreihen verlaufen in mehreren parallelen Linien über den Marktplatz, wobei auch fassadenseitige Bäume das „grüne“ Erscheinungsbild des Marktplatzes verstärken helfen sollen. Die Bäume sind Verbindungselemente und Leitstrukturen, die dem Marktplatz seine besonderen natürlichen und klimatischen Qualitäten verleihen. Die Bäume symbolisieren den namensgebenden Forst, der sich in Artenauswahl wiederfinden kann. Sichtachsen werden durch die Baumreihen geöffnet und betont.

Die amorph angeordneten Gestaltungsinseln v.a. Grün- und Pflasterinseln als kennzeichnende horizontale Strukturen sind das lebendige Milieu des  Marktplatzes und ein Zitat der Landschaft um St. Leonhard: sie dienen unter anderem als Bepflanzungsflächen (Stauden, Kräuter, Getreide, Saumvegetation, Gräser, Rasen etc.), Sitzflächen (v.a. Sitzränder mit Auflagen, Sitzbänke), Wasserfläche („Brunnen“), Veranstaltungsräume (Adventmarkt, Wochenmarkt etc.), Schanigärten (in Verbindung mit benachbarter Gastronomie), Unterstand (Wartebereich öffentlicher Verkehr). Die gezielte Anlage der „Landschaftsinseln“ schafft einen positiven Lenkungseffekt für den Besucher, schützt ihn gegenüber den frequentierten Straßen und bietet heimelige Nischen. Die „grünen“ Gestaltungsinseln sind – wie auch die Landschaft um St. Leonhard – leicht wellig modelliert und bilden mit den Aufenthaltsbereichen am Marktplatz  funktionelle Einheiten. Sie bereichern, beleben, gliedern, begrünen, beleuchten und sind so vielfach nutzbar. Zusammen mit den Baumreihen bilden die Gestaltungsinseln den roten Faden am Marktplatz und verleihen ihm räumliche Qualitäten wie Wiedererkennbarkeit und Repräsentativität.

Als Leitbilder dienen historisch und dokumentarisch gesehen die markanten Punkte Pranger und Familiensäule auf der zentralen Mittelachse des Platzes. Diese bekommen auf einer freien Sichtachse, versehen mit ausreichend Freiraum eine verdiente Sonderstellung.

Das Element Wasser erlebt in neuer Form als begehbares „Wasserspiel“ eine Renaissance am Marktplatz.

Oberflächenmaterialien werden funktionell gemäß der Nutzungsfrequenz und Zweckmäßgkeit gewählt: u.a. Grünflächen (Erde, gemulcht), Pflaster, wassergebundene Decke.

Identitätsmerkmale für den Ort und Menschen sollen auf die Geschichte und die Entwicklung des Marktes hinweisen u.a. Viehmarkt. Die Neugestaltung des Marktplatz möchte Medium des sozialen und kulturellen Lebens in St. Leonhard sein und bietet dazu ausreichend Platz an.

Das Gestaltungskonzept versucht Ästhetik und Funktionalität gleichwertig abzubilden.

Der Gestaltungsvorentwurf berücksichtigt die angepassten Verkehrsflächen am Platz, die wesentlich zur äußeren Form der „grünen“ Freifläche beitragen.  Verkehrstechnische Lösungsvarianten fließen in die 2 Varianten der Vorentwürfe für den Freiraum ein und werden derart ausgearbeitet, dass sie im öffentlichen Entscheidungsprozess dienlich sind. Visualisierungen der Platzgestaltung neu stellen wichtige Grundlagen bei den bevorstehenden Bürgerversammlungen dar und sollen das Gestaltungskonzept einem breiten Publikum vermitteln helfen. Der Vorentwurf bietet Raum für den öffentlichen Verkehr in Form einer Haltestelle und Wartebereiches am Platz.

Auftraggeber

Gemeinde St. Leonhard am Forst

Umfang

Konzept, Entwurf, Ausführungsplanung

Zeitraum

2016 – 2019

 

Fotocredits: Luftaufnahmen Strabag SE